Archäologie – wissenschaftlich in der Vergangenheit graben Mrz19

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Archäologie – wissenschaftlich in der Vergangenheit graben

Die Archäologie ist eine alte und anerkannte historische Wissenschaft. Sie sucht und erforscht Überreste aus der früheren Lebenswelt der Menschheit, die keine schriftlichen Quellen sind. Sobald es sich um schriftliche historische Zeugnisse handelt, ist von Geschichte die Rede. Wissenschaft, die sich mit der Zeit der Menschheit beschäftigt, als es noch keine Bauwerke gab, wird als Ur- und Frühgeschichte bezeichnet. Über Archäologie gibt es zahlreiche wissenschaftliche Bücher und gute Sachbücher.

Hobby-Archäologen

Archäologie ist für Menschen, die sich für die erhaltenen Überreste vergangener Epochen interessieren, eine spannende und interessante Freizeitbeschäftigung. Sie lesen Sachbücher, die die Methoden und Möglichkeiten dieser historischen Wissenschaft beschreiben, und besuchen Ausgrabungsstätten, die für die Allgemeinheit zugänglich sind. Solche Ausgrabungen finden sich sowohl vor der Haustür als auch in Europa und in aller Welt. In früheren Zeiten ließen professionelle und Hobby-Archäologen Mauerreste und Kunstgegenstände von Ausgrabungsstätten in fremden Ländern einfach mitgehen und überließen sie Museen in ihrer Heimat. So brachte Lord Elgin zahlreiche Teile der Akropolis in Athen nach London und Heinrich Schliemann Ausgrabungsfunde wie den Schatz des Priamos von Troja nach Berlin. Heute sind diese Meilensteine der Archäologie im Britischen Museum im Londoner Stadtteil Bloomsbury und im Neuen Museum in Berlin-Mitte auf der Museumsinsel in der Spree zu sehen.

Gefahren

Hobby-Archäologen, die heute versuchen, nationale Schätze der Archäologie illegal aus dem Land zu schmuggeln, begeben sich in Gefahr: Länder wie Ägypten und Türkei, Griechenland und Italien, aus denen besonders häufig antike Überreste entwendet werden, haben mittlerweile strenge Gesetze, die solche illegalen Ausfuhren mit Gefängnis oder einer hohen Geldstrafe belegen. Auch asiatische und amerikanische Länder reagieren entsprechend. Derartige Fälle sorgen immer wieder für Schlagzeilen in den Medien. Wer sich für berühmte Schätze der Archäologie etwa von den Pyramiden in Ägypten oder dem antiken Forum Romanum in Rom interessiert, sollte sich auf den Erwerb entsprechender Nachbildungen beschränken.

Nicht immer spektakulär

Archäologie beschränkt sich nicht nur auf die weltberühmten Ausgrabungen spektalulärer Tempelanlagen in aller Welt, sondern findet jeden Tag vor unserer Haustür hat. Wer auf dem Land wohnt und seinen Garten umgräbt, oder mit aufmerksamem Blick über ein frisch gepflügtes Feld geht, kann mit etwas Glück eine archäologische Entdeckung machen: Alte Münzen, Tongeschirre aus dem Mittelalter oder Schmuck aus der Keltenzeit werden auf diesem Wege nicht selten ans Licht befördert. Wenn man sich mit entsprechender Fachliteratur kundig macht, kann man auch als Hobby-Archäologe mit etwas Übung die Funde zeitlich einordnen, ihren Verwendungszweck erkennen und Bruchstücke bestimmten Gegenständen zuordnen. Eine solche Betätigung schärft den Blick für die Vergangenheit unserer Vorfahren. Man kann die Funde auch bei den entsprechenden Denkmalbehörden oder im Museum abgeben und schätzen lassen. Sind sie archäologisch bedeutsam, werden sie in den Bestand übernommen und mit dem Namen des Finders im Archiv eingetragen.
Es gibt auch Möglichkeiten, die Liebe zur Archäologie zu einem Beruf zu machen. An vielen Universitäten kann man Archäologie studieren und später als Archäologe für ein Museum oder als Ausgrabungsleiter arbeiten. Dafür sind Abitur und Lateinkenntnisse Voraussetzung. Wer nicht studieren möchte, kann sich zum Grabungstechniker ausbilden lassen, der als Praktiker den Archäologen bei seiner Ausgrabungstätigkeit unterstützt.

Foto: rm – Fotolia