Archäologie studieren Mrz13

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Archäologie studieren

Archäologie ist im Vergleich zu den anderen Wissenschaften ein noch recht junges Fach, trotzdem ist es unmöglich, sich mit allen Zeitaltern der Menschheitsgeschichte gleichzeitig zu befassen, daher gliedert sie sich in verschiedene Fachbereiche. Allgemein betrachtet gilt ihr Interesse allein dem Menschen, seinen Lebensbedingungen und seiner Kultur. Grundlagen für die Forschungen sind alle Spuren, die er hinterlassen hat, zum Beispiel Überreste von Gebäuden, Werkzeugen oder Gebrauchsgegenständen.

Fachgebiete

Unterteilt wird die Archäologie entweder regional wie bei der Ägyptologie oder thematisch wie bei der Christlichen Archäologie. Die Voraussetzungen, um Archäologie studieren zu können, sind unterschiedlich. In manchen Fachrichtungen müssen das Graecum und das Latinum nachgewiesen werden oder können bis zur Zwischenprüfung nachgeholt werden, Archäologie studieren ist zum Teil aber auch mit weniger guten Sprachkenntnissen möglich. Archäologie studieren kann man an Universitäten, es werden Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die Magisterstudiengänge angeboten. Beim Bachelor beträgt die Regelstudienzeit sechs Semester, beim Master vier Semester. Um nach dem Studium eine Arbeitsstelle zu finden, sollte darauf auch noch die Promotion folgen. An den meisten Universitäten werden jedoch Magisterstudiengänge angeboten, hier ist die Regelstudienzeit neun Semester, in der Realität werden aber durchschnittlich elf bis dreizehn Semester benötigt. Beim Magister wird neben der Archäologie noch ein weiteres Fach belegt, für den wissenschaftlichen Bereich zum Beispiel Geologie oder für eine spätere Lehrtätigkeit zusätzlich Pädagogik.

Studiengänge

Die Studiengänge, in denen man Archäologie studieren kann, sind folgende: Ur- und Frühgeschichte, Mittelalterarchäologie, Klassische Archäologie, Provinzialrömische Archäologie und Ägyptologie, weiterhin kann man Christliche Archäologie, Vorderasiatische Archäologie, Altamerikanistik und Vergleichende Archäologie studieren. Ur- und Frühgeschichte kann man auch als Vor- und Frühgeschichte oder Prähistorische Archäologie studieren. Sie untersucht die Anfänge der Menschheit, beginnend bei der Altsteinzeit vor mehr als 2,4 Millionen Jahren bis zum Beginn der Jungsteinzeit, der auf etwa 8000 v. Chr. datiert wird. Forschungsgegenstände sind vor allem Überreste von Siedlungen, Knochen, Keramiken und sonstige Artefakte. Die Mittelalterarchäologe, auch Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit genannt, arbeitet auf die gleiche Weise wie die Prähistorische Archäologie, es kommen allerdings noch Schrift- und Bildquellen hinzu. Zeitlich geht es hier um die Epoche vom 6. bis zum 15. Jahrhundert.

Klassische Archäologie

Wer sich vor allem für die antiken Kulturen der Griechen und Römer interessiert, sollte die Klassische Archäologie studieren. Sie beginnt mit der Kultur der mykenischen Zeit ab etwa 1700 v. Chr. und endet mit dem 6. Jahrhundert nach Christus. Die Tätigkeit in der klassischen Archäologie besteht neben der Feldarbeit auch sehr stark aus Bibliotheksrecherche, da es viele Schriftstücke aus dieser Zeit gibt. Auch sind Bauten und Statuen erhalten, wodurch diese Fachrichtung mit der Kunstgeschichte verwandt ist. Aus dieser Zeit werden nur die nordwestlichen römischen Provinzen in der Provinzialrömischen Archäologie separat erforscht, von Interesse ist in diesem Fachgebiet hauptsächlich das Alltagsleben. Die Ägyptologie erforscht die altägyptische Hochkultur vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. Um dieses Fachgebiet der Archäologie studieren zu können, muss man sprachbegabt sein, denn für die Forschung sind Kenntnisse der alten ägyptischen Sprachen zwingend notwendig. Die Altamerikanistik befasst sich mit der Kultur Amerikas in der präkolumbianischen Zeit. Schwerpunkt sind vor allem Hochkulturen wie die Maya, Azteken und Inka. Und die Vorderasiatische Archäologie studieren sollte derjenige, der sich für den Orient vor der Ausbreitung des Islam interessiert.

Foto: Thomas Leonhardy – Fotolia