Fossilien – Zeugen früheren Lebens Jan16

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Fossilien – Zeugen früheren Lebens

Fossilien haben ihren Namen von dem lateinischen Wort fossilis, das übersetzt gegraben oder ausgegraben bedeutet. Früher wurden sie auch Petrefakt genannt, was von dem griechischen Wort für Stein herrührt. Sie sind versteinerte Spuren von Leben und damit ein Zeugnis der Erdgeschichte mit einem Alter von mindestens 12.000 Jahren. Für die Fossilwerdung sind ganz spezielle Bedingungen notwendig, sodass Wissenschaftler davon ausgehen, dass weit unter einem Prozent aller Tier- und Pflanzenarten, die es jemals gegeben hat, auch als Fossil erhalten sind. Auch die fossilen Energieträger wie Torf, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas und Erdöl gehören dazu, da sie aus abgestorbenen Pflanzen entstanden sind.

Definition

Die Bezeichnung Fossil geht auf den deutschen Wissenschaftler Georgius Agricola zurück, der auch der “Vater der Mineralogie” genannt wird und der als erster diesen Namen in seinem Werk mit dem Namen De natura fossilium benutzte. Zunächst wurde der Begriff weit gefasst, erst im Laufe der Zeit wurde er nur noch auf Funde angewandt, die ein Zeugnis für früheres Leben darstellen. In der Biologie und der Paläontologie wird noch weiter zwischen fossilen und rezenten Lebewesen unterschieden. Als fossil werden nur solche bezeichnet, die vor dem Beginn des Holozäns, also vor etwa 11.600 Jahren ausstarben, wohingegen Lebewesen als rezent bezeichnet werden, wenn sie auch heute noch existieren oder erst während des Holozäns ausstarben.

Unterteilung

Eine Unterteilung erfolgt in Körper- und Spurenfossilien, Steinkerne, Inkohlungen und Einschlüsse. Körperfossilien können vollständige Körper oder Körperteile sein, nur selten sind Weichteile eines Lebewesens erhalten. Zu den Spurenfossilien gehören alle Spuren, die ein Lebewesen hinterlässt, jedoch nicht das Lebewesen selbst. Das können Fußabdrücke oder sonstige Bewegungsspuren, Kot, Eier, Nester oder andere Wohnspuren sein. Steinkerne entstehen bei der langsamen Verwesung eines Lebewesens, das einen Hohlraum im Gestein hinterlässt, in den Silicium einsickert. Einschlüsse, auch Inklusen genannt, entstanden durch den Baumharz aus früheren Zeiten. Dieser war sehr zähflüssig und verwandelte sich mit der Zeit in Bernstein, der eine feste Substanz hat und die Überreste des Lebewesens dadurch in sich konserviert. Bernstein kann ein Alter von bis zu 260 Millionen Jahren haben. Bei der Inkohlung werden Pflanzen zunächst in Huminsäure und Torf verwandelt, danach in Braunkohle, Steinkohle und Anthrazit und teilweise auch in Graphit. Dabei verflüchtigt sich das Wasser und der Anteil an Kohlenstoff wird immer größer. Graphit besteht aus fast 100% Kohlenstoff.

Lebende Fossilien

Weiterhin gibt es noch die lebenden Fossilien, das sind die Tier- und Pflanzenarten, die es bereits seit langem gibt, die sich aber im Laufe der Zeit nur unwesentlich verändert haben. Bei den Tieren gehören zu dieser Gruppe Krokodile und Schildkröten, bei den Pflanzen sind der Ginkgo biloba und der Urweltmammutbaum lebende Fossilien. Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit ist ihre Größe. Makrofossilien sind so groß, dass man sie mit bloßem Auge erkennen kann. Für Mikrofossilien dagegen wird schon ein Mikroskop benötigt und Nannofossilien sind nur durch ein Elektronenmikroskop sichtbar. Fossilien zeigen das vielfältige Leben auf der Erde zu verschiedenen Zeiten. Sie geben uns eine Vorstellung davon, wie viele Tier- und Pflanzenarten schon im Laufe der Zeit entstanden und wieder vergangen sind. Auch die Evolutionstheorie stützt sich bei ihrer Forschung auf solche Funde und nutzt sie zur Erklärung ihrer Theorien.

Foto: raike_99 – Fotolia